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Wegweiser   /Nachhaltigkeit kommunizieren

Vortragsscripte

 

Udo Klizke
Zur Dialektik von gewerkschaftlicher Gesellschafts- und Betriebspolitik unter dem Aspekt von Nachhaltigkeit

Kai Schlegelmilch
Die Ökosteuer als politisches Steuerungsinstrument, um nachhaltig aus der Krise zu kommen

Dr. Joachim H. Spangenberg,
Der Wachstumsdiskurs, Wachstumspolitik und nachhaltige Entwicklung

Michael Müller
Demokratie in der Wachstumsfalle

Prof. Dr. Uwe Schneidewind
Transformation zur klimaverträglichen
Gesellschaft

Nachhaltigkeits-Workshop bildet Auftakt der Globileo SCU Springe

Mit einem Workshop zu Fragen der Nachhaltigkeit, Lebensqualität und Transformation startete die Globileo SCU Springe ihre Aktivitäten. Etwa 30 TeilnehmerInnen diskutierten auf dem zweitägigen Workshop die in den letzten vier Jahrzehnten erlebten Fortschritte und Hindernisse auf dem Weg zu einem sozial und ökologischen nachhaltigen Wandel.

 

Der Workshop mit dem Titel „1972/92-2012: Transformation, Nachhaltigkeit und Lebensqualität“, welcher am 16./17. August im Bildungs- und Tagungszentrum HVHS Springe durchgeführt wurde, war zugleich Auftakt einer zweiteiligen Veranstaltungsreihe vor dem Hintergrund des Jubiläumsjahres 2012. Denn im kommenden Jahr werden zahlreiche Jahrestage im Zentrum des öffentlichen Interesses stehen:
Vor nahezu vierzig Jahren veranstaltete die IG Metall eine internationale Konferenz in Oberhausen, auf der der Begriff der Lebensqualität aus gewerkschaftlicher Perspektive diskutiert wurde und dabei nicht nur wirtschaftliche und soziale, sondern auch ökologische Fragen mit einbezog. Im gleichen Jahr 1972 veröffentlichte der „Club of Rome“ die Studie zu den „Grenzen des Wachstums“. 15 Jahre später veröffentlichte die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung den Brundtland-Report „Unsere gemeinsame Entwicklung“ - und weitere fünf Jahre später fand schließlich im Juni 1992 der so genannte „Erdgipfel“ (UN Konferenz zu Umwelt und Entwicklung) in Rio de Janeiro statt.
Während zu jener Zeit, Anfang der 1990er Jahre, noch von der „Friedensdividende“ die Rede war und die Hoffnung bestand, dass durch den Wegfall des Ost-West-Konflikts die weltweiten Probleme wie Armut und Umweltzerstörung wirksam angegangen werden könnten, wich diese Hoffnung jedoch schnell der Ernüchterung, dass ökonomische und machtpolitische Interessen weiterhin einem Wandel zu einer gerechten und nachhaltigen globalen Entwicklung entgegenstehen.


ZeitzeugInnen und ExpertInnen gingen daher auf dem Workshop der Frage nach, inwiefern die auf den Weg gebrachten Maßnahmen ihre Ziele erreicht haben, welche Hindernisse bei der Umsetzung auftraten und was die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer gesellschaftlichen Transformation sein könnten bzw. welche Handlungsstrategien notwendig wären. Die Zusammensetzung des Workshops – mit TeilnehmerInnen aus gesellschaftlich relevanten Gruppen wie Gewerkschaften, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Nichtregierungsorganisationen und Kirchen – stellte sich als idealer Kontext für fruchtbare Debatten heraus.
Während der Diskussionen wurde unter anderem deutlich, dass auf den reaktiven Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz der 1970er und 1980er Jahre eine proaktive Politik des Gestaltens folgen muss, wobei hier die Gewerkschaften, zusammen mit anderen gesellschaftlichen Akteuren, ein zentrale Rolle einnehmen müssten. Gerade bei den die Energiewende begleitenden Transformationsprozessen bietet sich die Chance, den Wandel aktiv mitzugestalten und dabei insbesondere auch die soziale Nachhaltigkeit voranzubringen.


Mehrere TeilnehmerInnen des Workshops hoben zudem hervor, dass ein Wertewandel notwendig ist, um eine nachhaltige Transformation unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung auch  gesamtgesellschaftlich durchsetzen zu können. Denn schließlich beinhaltet eine solche Transformation nicht nur Änderungen in Produktionsprozessen und der Wirtschafts- und Arbeitswelt, sondern setzt auch grundlegende Veränderungen im Handeln eines jeden Einzelnen voraus und wirkt sich auf die persönlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen aus. Weitgehende Einigkeit bestand darüber, dass hierbei die Bildung – einschließlich der Weiter- und Fortbildung – von zentraler Bedeutung ist.


Prof. Dr. Bernd Heins, geschäftsführender Direktor des INEP Instituts Oldenburg gGmbH, griff diesen Punkt am zweiten Tag des Workshops auf uns stellte den TeilnehmerInnen das Konzept der Globileo Sustainable Change University (SCU) Springe vor. Vor allem berufstätige Studieninteressierte ab dem Alter von 40 Jahren sollen die Möglichkeit erhalten, über ein Fernstudium mit kürzeren Präsenzphasen einen weiterführenden Abschluss als „Change Manager“ zu erwerben. Ziel des Studiengangs in nachhaltigem Veränderungsmanagement (Sustainable Change Management) ist jedoch nicht nur die persönliche Weiterbildung der Studierenden, sondern vor allem auch ihr aktives Einmischen und Mitgestalten in den anstehenden Transformationsprozessen. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Globileo SCU Springe wird dabei sein, dass durch gemeinsame Projektarbeit auf das Erfahrungswissen der Studierenden zurückgegriffen werden soll und dieses nach wissenschaftlicher Auswertung auch an Multiplikatoren in Politik und Gesellschaft weitergegeben wird.


Der Workshop zeigte überdeutlich, dass weitere Diskussionen notwendig sind, um sich auf eine aktive Rolle in den Transformationsprozessen vorzubereiten und diese in einer sozial und ökologisch nachhaltigen Richtung mitgestalten zu können. Daher wird am 22./23. Juni 2012 eine internationale Konferenz stattfinden, auf der die offen gebliebenen Punkte vor einem größeren Publikum weiter diskutiert werden. Außerdem wird die Globileo SCU Springe, die voraussichtlich im Wintersemester 2012/13 ihren regulären Lehr- und Forschungsbetrieb aufnehmen wird, bereits diesen Herbst gemeinsam mit der HVHS Springe einen energiepolitischen Dialog im Rahmen einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe durchführen.

 

 

 


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